Nach oben

 

Ruhr-Nachrichten vom Dienstag, 10. Mai 1988

In einer Reihe ist Dieter Menne, Fotograf der Ruhr-Nachrichten den Dortmunder aufs` Dach gestiegen und hat uns bei der evgl. Kirche in Höchsten besucht.

Pressebild DIETER MENNE Dortmund

"17.00 Uhr: Sturm beschädigte das Dach der evangelischen Kirche in Höchsten erheblich. Anlässlich der Reparaturen wurde der Wetterhahn der Kirche von Dachdeckermeister Hans Joachim Werner "generalüberholt", bekam neue "Federn" aus Blattgold und wurde von Giuseppe Avola kräftig geschmiert, damit er sich ordentlich nach dem Wind dreht. Die Kirche wurde für die Reparaturen vollständig eingerüstet."

horizontal rule

Ruhr-Nachrichten vom Freitag, 8. Dezember 1995

Aus Anlass des 100-Jährigen bestehen der Fa. J. Werner GmbH

Einsatz rund um die Uhr zahlt sich aus
Firma Werner befindet sich in der 
3. Generation in Familienbesitz
(eb)  Ein Jubiläum gibt es heute bei der Firma Hans-Joachim Werner. Im Goldsaal und Foyer der Westfalenhalle wird das 100järige Bestehen des Dachdecker-Betriebs mit Mitarbeitern und Geschäftsfreunden gefeiert.

Tradition und handwerkliches Können prägen seit 1895 die Entwicklung zum heutigen führenden Fachunternehmen, das sich in der 3. Generation im Familienbesitz befindet. Nach der Gründung vor 100 Jahren in der Löwenstraße durch Großvater Johann übernahm 1928 Hans Joachim Werners Vater Erich die Betriebsleitung.

Der Zweite Weltkrieg ging auch am Unternehmen nicht spurlos vorüber. Ausgebombt zog die Firma 1945 in die Wittekindstraße 2, wo auch heute noch der Betrieb seinem Sitz hat.

Lehre als 14jähriger

Am 1. April 1958 nimmt der heutige Besitzer seine Ausbildung im väterlichen Betrieb auf. Doch nachdem der 14jährige Sohn gerade einen Monat seine Lehre absolviert hat, stirbt der Vater.

Rückwirkend ist Werner mit seiner Berufswahl zufrieden. Eigentlich wollte er im Bereich Autoschlosserei arbeiten, doch familiäre Umstände ließen Werner den Beruf, des Dachdeckers ergreifen. "Man bekommt Freude am Beruf, da er abwechslungsreich und kreativ ist."

Früher sei es auch viel mühsamer gewesen, so Werner, "doch Entwicklungen im technischen Bereich erleichterten den körperlichen Einsatz." Körperkraft ist aber auch heute noch erforderlich und eine genauso wichtige Voraussetzung für diesen Beruf wie ein starker Kreislauf. Denn schwindlig werden darf es einem auf dem Gerüst natürlich nicht

Meister & Lehrlingswart

1970 machte er seinem Meister, und 

seit 1974 ist er Lehrlingswart der Dachdecker in Dortmund und Lünen.Heute ist er Chef von 22 Mitarbeitern. Neben zwei Bürokräften, darunter auch seine Ehefrau  Annegret, die sich um den kaufmännischen Bereich kümmert, sind 18 Gesellen und Meister (Dachdecker und Klempner) sowie zwei Auszubildende für ihn tätig.

Auch Frauen hat Werner schon ausgebildet, allerdings waren es immer Töchter von Meisterkollegen, die den väterlichen Betrieb übernehmen sollten. Denn ansonsten hält er die meisten Frauen für diesen Beruf für nicht geeignet.

Sein Sohn Joachim, der ebenfalls Dachdeckermeister ist, konnte nach einem Motorradunfall nicht mehr im väterlichen Betrieb arbeiten. Er ist heute als Manager tätig.

Neben den Büroräumen und einer Werkhalle an der Wittekindstraße gibt es ein zweites Lager an der Tremoniastraße, wo die Aufzüge, Ziegelmaterial und Container zur Entsorgung stehen. Mit acht Lieferwagen reisen die Mitarbeiter im Ruhrgebiet und bis nach Münster von Baustelle, zu Baustelle, von Projekt zu Projekt, die

 zwischen einen Tag und 14 Tagen dauern.

Stürmische Tage

Neben vielen Schul- und Industriebauten hat das Unternehmen auch die Wiedereindeckungen der Stadtkirchen St. Reinoldi, St. Petri und St. Marien übernommen. An die Arbeiten an der Immanuel-Kirche in Marten kann sich Ehepaar Werner noch gut erinnern. Im Jahr 1990, als wegen Sturm die Rosenmontagsumzüge abgesagt wurden, knickte der Aufzug der Firma am Kirchenbau ab.

Sturmböen von ähnlichem Ausmaß gab es auch im Jahre 1974. "Damals war schnelles Handeln erforderlich" erinnert sich Werner, "das Material von Halle 54 im Hafen lag fast gänzlich im Hafen."

Deshalb ist die Firma Werner auch rund um die Uhr unter Tel. 0231- 12 10 17 zu erreichen. Wenn das Ehepaar den Firmensitz an der Wittekindstraße verläßt, wird der Ruf in die Privatwohnung umgelegt. Selbst am Wochenende wird ein Notdienst organisiert. Landesklinik, Westfalenhalle und Brauereien, um nur einige Kunden zu nennen, würden den Service zu schätzen wissen, erzählt Werner, der Träger der silbernen Ehrennadel des deutschen Dachdeckerhandwerk ist.

Betriebsphilosophie

"Man muß rund um die Uhr dahinter stehen, denn zufriedene Kunden erhalten uns die Arbeit", erläutert Werner die Geschäftsphilosophie. Das Leistungsprogramm des Unternehmens umfaßt Bedachungen aller Art, Abdichtungstechniken sowie Fassadenbekleidung und Bauklempnerei.

horizontal rule


 

Westfälische Rundschau 14. Juli 2005

horizontal rule